Lichter aus im Nokia-Werk Bochum

Autor: bernd
15. Mai 2008

Das Thema schlug ein wie eine Bombe! Nokia will seinen Bochumer Produktionsstandort schliessen. Politiker sprachen sofort von sozialem Raubbau, die Nation regte sich auf. Morgen soll das Werk endgültig geschlossen werden. Die anfänglichen Proteste sind verpufft. In der Politik findet das Thema auch kaum noch Resonanz. Fast schein es so, als hätte Nokia die Sache erfolgreich ausgesessen.

riegel2©flickr/chefranden

Steht bald vor verschlossenen Werkstoren – die Nokia-Belegschaft Bochum

Am 30 Juni soll das Werk endgültig geschlossen werden. Schon in der laufenden Woche werden alle Produktionen eingestellt, damit die restlichen anderthalb Monate lang die Werkschließung abgewickelt werden kann. Rund 150 Mitarbeiter von einst 2300 werden die traurige Aufgabe übernehmen müssen, die Reste ihrer einstigen Arbeit aufzukehren.

Die Gekündigten bekommen Abfindingungen und können für ein Jahr in eine Transfergesellschaft – trotzdem sitzen sie früher oder später wieder auf der Straße. Die Abfindungen werden nach Betriebszugehörigkeit, Stellung und dem Lebensalter bemessen.

Traurig, wie wenig Beachtung die Sache in der Öffentlichkeit noch findet. Vom anfänglichen Solidaritätsgefühl mit der Belegschaft ist nichts übrig geblieben, deutsche Konsumenten kaufen weiterhin Nokia-Produkte. Dabei wäre der Vorfall mal ne echte Möglichkeit gewesen Nokia abzustrafen.


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